SVentura: Zurück ins Leben
- 1. März
- 2 Min. Lesezeit
Nach dem Tod ihres Mannes Sven suchte die Pfaffenhofenerin Peggy Füssel nach einer Trauergruppe, die zu ihrem Leben passt. Zu ihrem Alltag als berufstätige Frau, die funktionieren muss, die im Leben steht. Sie fand keine. Also gründete sie selbst eine: SVentura – eine Selbsthilfegruppe für Menschen, die einen nahestehenden Menschen verloren haben und gleichzeitig ihren Alltag meistern müssen, mitten im Berufsleben stehen. Dazu hat sich die Pfaffenhofenerin mit Unternehmen aus der Region vernetzt - ein bewundernswertes Beispiel für "gemeinsam schaffen wir das".

Einmal im Monat trifft sich die Gruppe bei Innerwärts Bestattungen in Pfaffenhofen. Inhaberin Julia Bauer stellt ihre Räume als Begegnungsstätte zur Verfügung. Wer nicht aus dem Haus möchte, kann sich per Teams dazuschalten. Zusätzlich gibt es eine WhatsApp-Gruppe für den Austausch zwischendurch.
„Manchmal tut es gut, einfach verstanden zu werden", erklärt Peggy. Die Treffen bieten einen sicheren Raum – ohne Mitleid, aber mit viel Empathie.
Workshops
Reden allein reicht nicht immer. Manchmal braucht es Tun, um wieder zu spüren, dass man lebt. Deshalb ergänzt sie die Gruppentreffen durch kreative Workshops:
Selbstfürsorge: Visagistin Martina Oral (Beauty am Eck) zeigt in „Mut zur Farbe" und „Zeit für mich", wie Schminken und Hautpflege kleine Wohlfühlmomente schaffen können – nicht für äußere Schönheit, sondern um sich selbst wieder wahrzunehmen.
Kreatives Gestalten: Beim Töpfern kann man Gefühlen durch die Hände Ausdruck geben. Im Nähkurs entstehen Patchwork-Decken aus der Kleidung Verstorbener – für individuelle Erinnerungsstücke.
Biografiearbeit: Journalistin Margot Weisbach lädt zum biografischen Schreiben ein. „Worte können tragen, entlasten und verbinden", sagt sie. Hier darf erzählt, aufgeschrieben oder auch verworfen werden.
Neue Perspektiven entwickeln: Diplom-Pädagogin Silke Zeißler arbeitet mit echten Scherben als Symbole für Zerbrochenes – und zeigt, wie daraus behutsam Neues entstehen kann.
Weitere Workshops umfassen Kundalini Yoga mit Julia Diez, Autorinnenlesungen mit Dr. Tanja Pfister („Wenn die Trauer nicht endet") und Impulse von Julia Bauer zum Thema „Mein neues Leben mit der Trauer".

Auf Spotify teilt Peggy in ihrem SVentura-Podcast persönliche Geschichten, praktische Impulse und Gespräche mit Gästen. Falls ihr eure eigene Geschichte mit ihr und den Zuhörenden teilen möchtet, könnt ihr euch gern bei Peggy melden.
Weitere Infos:
Informationen zu Terminen, Workshops und dem Podcast auf www.sventura.de
Das nächste reguläre Treffen findet am 5.3. statt, am 19.3. gibt es in der Bücherei Scheyern die Veranstaltung "Lesetipps für schwere Zeiten".
SVentura richtet sich an Menschen zwischen 30 und 70 Jahren, die einen nahestehenden Menschen verloren haben. Die Treffen sind offen, kostenfrei und ohne Anmeldung. Einfach vorbeikommen – vor Ort oder online.


